[Rezension] I hate fairyland vol1

Donnerstag, 19. Januar 2017



Die kleine süße Getrude wünscht sich nichts sehnlicher als ins Reich der Märchen und Feen zu gelangen und tatsächlich wird ihr Wunsch erhört. Ein Loch in ihren Kinderzimmer klafft auf und reißt die kleine Gert in den Abgrund und geradewegs ins Feenland zur Königin Cloudia im Schloss hoch in den Wolken hinein.

Aber die kleine Gert will doch lieber wieder zurück zu ihren Eltern und fort aus dem Feenland, doch leider kann sie das nicht, denn jeder hat sich an die feenländischen Regeln zu halten. Diese besagen, dass Gäste des Landes erst den magischen Schlüssel finden müssen um zurück in die normale Welt zu gelangen.

Wie schwer kann das schon sein? Immerhin ist Gert im Land der nettesten, süßesten und hilfsbereitesten Wesen der Welt. Außerdem bekommt sie Hilfe an ihre Seite gestellt, in Form einer kettenrauchenden Grille.

Tja, Gert sucht diesen verflufften Schlüssel nun seit 27 Jahren und bekommt irgendwann einen Tobsuchtsanfall der nicht mehr enden will. Sie zerstückelt die ach so niedlichen Sterne, die ihren Weg erleuchten, frisst die Gehirne der Pilzarmee - worauf sie auf einen Woodstock-mässigen Trip hängen bleibt und schlachtet alles und jeden auf ihrem Weg ab.

Äußerlich mag sie noch wie ein kleines, unschuldiges Kind aussehen, doch innerlich ist sie eine erwachsene, frustrierte Psychopathin. Gert könnte die kleine Schwester von Deadpool sein. Was tatsächlich aber nicht so toll wär für Dead, denn Gert lässt keine Einhörner am Leben. Gert lässt so gut wie niemanden am Leben.

Die Zeichnungen von Scottie Young sind einfach auf den Punkt. Er hat einen eher lockeren Stil, transportiert damit aber alles wichtige aufs Blatt. Die Idee rund um Gertrude ist so verrückt, dass es schon wieder genial ist. Wäre der Comic realistischer gezeichnet, würde es mir weniger Spaß machen ihn zu lesen. Aber mit all den putzigen Details, die Wortspiele, die verniedlichten Schimpfwörter und mittendrin ein kleines Kind, das einen Tantrum nach dem anderen schmeißt - ist es einfach herrlich schräg.

Was mir allerdings gefehlt hat, war das bisherige Leben von Gertrude. Wie sie die 27 Jahre aufgewachsen ist, was sie erlebt hat, wie viele Rückschläge sie erleiden musste und genau das, hätte den Anfang noch besser gemacht.

Once upon a time.. war mal. Wenn kleine, grünhaarige Mädchen axtschwingend auf einem zuhüpfen, sollte man schleunigst das Weite suchen.




Info: Hier kannst du die englische Ausgabe bestellen.
Hier gibt es die deutsche Ausgabe und sogar eine limitierte Sonderedition.



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