[Abgebrochen] Wie die Luft zum atmen

Sonntag, 22. Januar 2017


Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.



Die Inhaltsangabe klang recht ansprechend. Was red ich, die klang super! Die vielen begeisterten Stimmen in meinem Social Media Feeds taten ihr übriges und schon hab ich mir das Buch auf meinen Kindle geladen. 


Die Vorfreude war groß, doch schon die ersten paar Kapiteln haben mich nicht vom Hocker gerissen. Die Inhaltsangabe ist irreführend, so viel schon mal dazu. Liz hat vor einem Jahr ihren Mann verloren, nun ist sie mit ihrer Tochter Emma wieder zurück in ihre Heimat gezogen. Die Warnungen bezüglich ihres neuen Nachbarn Tristan ignoriert sie, denn sie fühlt sich schon seit dem ersten Zusammenstoß zu ihm hingezogen. Bis dahin, wär die Story also auch ganz in Ordnung gewesen. Aber die Umsetzung.. mein lieber Scholli.. 


Ich sollte noch warnen - es folgen massive Spoiler. 
Wenn euch dieses Buch supertollmega gefallen hat, bitte, nehmt meine Besprechung nicht zu ernst. 

*

Ich wusste natürlich worauf ich mich bei solch einer Geschichte einließ. Davor habe ich Bourbon Kings gelesen, ich war also sehr gut auf Drama vorbereitet. Aber "Wie die Luft zum Atmen" hat mich wirklich sprachlos gemacht. 

Zuallererst fährt Liz den Hund von Tristan an. Subtiler Zufall Nummer 1.
Dann ist natürlich sofort klar, wer der neue Nachbar von Liz ist. Nummer 2.
Dann sieht sie ihn zufällig bei der Lieblingsstelle ihres Mannes baden. Nummer 3.

Ist ok. So sind solche Geschichten nun mal. Verkraftbar. Aber dann geht es einfach zu schleimig weiter. Alles ist so perfekt konstruiert, dass ich nur mit dem Kopf schütteln konnte. So macht das doch keinen Spaß! Wenn alles vorhersehbar ist und nur darauf abzielt die Leserinnen einzulullen.


Seine Tattoos bestehen nur aus Dingen, die "wir" lieben. Disney Motive, Sprüche, Bilder aus Kinderbücher und Katniss Pfeil zieren Tristans Körper. Jaja, mir ist schon klar, weshalb er die hat. Weil seine Frau und sein Sohn gestorben sind und seine Tattoos diese Erinnerungen darstellen sollen. Sorry. Mich lässt das nicht dahin schmelzen und verzückte "ohhhhs" stammeln. Das hat auf mich einfach nur so gewirkt, als wollte die Autorin den Charakter ganz schnell ins Leserherz spielen. Weil wie sonst, wenn Tristan nur einem schlecht gelaunten Grizzly ähnelt? 


Aber genau das ist sein gutes Recht. Er hat seine Frau und sein Kind verloren. Er darf trauern und so scheiß grummelig sein, wie er will. Was soll er sonst tun? Den Hund der Nachbarin anfahren, sie stalken während sie badet und sie dann bei ihrer Arbeitsstelle besuchen? Ah,genau. Das ist ja Liz Part. 

Danach folgen ein paar richtig kitschige Stellen. Nach nur ganz kurzer Zeit, erklärt sie Tristan, der weiterhin nicht viel von sich Preis gibt, dass sie ihn SIEHT. Also direkt in sein Herz, hinter die Fassade. Och, Autorin,echt jetze? Und da war ich noch nicht mal weit im Buch, das war ganz am Anfang. 

Aber das beste. Nachdem er ihr erzählt, dass er seine Frau verloren hat, geht sie nach Hause und masturbiert. Richtig gelesen. Sie stellt sich ihn und seine verstorbene Frau vor, und nach einer Weile drängt sie seine Frau aus dem Kopfkino und es bleiben nur noch sie und Tristan übrig. 


Apropos perfekt konstruiert - was darf noch nicht fehlen in der Geschichte? Ein bester Freund, der überaus beschützend ist. Check.
Eine feministische Freundin, die das genaue absolute Gegenteil von einem selbst ist? Check.
Nur leider hat die Autorin da was nicht richtig verstanden mit dem Feminismus. Die Freundin war außer fucking nervig nur nervig. Wer solche Freunde hat, braucht kein RTL mehr.


Die Freundin nennt sich selbst eine Hure und hat drei schwarze Büchleins. Sie vergibt Spitznamen ans Geschlechtsteil der Männer, anstatt sich ihre Namen zu merken. Oh, und sie telefoniert mit Liz während ihr Boss sie ran nimmt. Wer liebt solche Menschen denn nicht? *aufzeig* Nennt mich verrückt, aber nein, du bist keine Feministin nur weil du mit ständig wechselnden Partnern schläfst und jeden Menschen wie austauschbare Gegenstände behandelst, nur weil du eine Frau bist. Anmerkung der bloggenden Bloggerin: Gilt auch für Männer. 

Vergoldete Scheisse bleibt halt trotzdem Scheisse.



Ich habe also nach 40% aufgegeben. Es wurde nicht besser. Im Gegenteil. Die ganze Geschichte war dermaßen schleimig konstruiert und vorhersehbar aufgebaut, dass es überhaupt keinen Spaß gemacht hat weiter zu lesen. Die Art und Weise wie die Autorin schreibt, hat mich regelmäßig aufgeregt. Abwechselnd zwischen Gefluche und herum gekitsche, dann hat sie es mit Metaphern versucht und ist daran gescheitert. 

Nein. Nein, Danke. Ich quäle mich nicht mehr durch Bücher nur um meine Lesestatistik zu pimpen. Was mir nicht gefällt, wird abgebrochen. 

..und jetzt wird erstmal tief Luft geholt. :D



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