[Rezension] Du liebst mich nicht

Donnerstag, 5. März 2015

Du liebst mich nicht
von Edeet Ravel


Taschenbuch Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: cbt 
ISBN: 978-3-570-30829-5
Preis: 8,99 (D) 9,50 (A)
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auch als eBook erhältlich 

Bildquelle Randomhouse Cbt Verlag


ABOUT
Edeet Ravel wurde in einem israelischen Kibbuz geboren und wuchs in Montreal auf. Sie studierte Englisch in Israel und Creative Writing in London. Gemeinsam mit ihrer Tochter lebt sie nun in Kanada. Edeet Ravel hat bereits mehrere erfolgreiche Romane für Erwachsene veröffentlicht.




 

Während eines Sommeraufenthaltes in Griechenland wird die Amerikanerin Chloe gekidnappt. Tag für Tag steht das einst selbstbewusste, lebensfrohe Mädchen nun Todesängste aus. Ihre Hilflosigkeit, die körperlichen Qualen durch einen der Entführer und die Einsamkeit treiben sie an den Rand des Wahnsinns. Zu Hause kämpft man für ihre Freilassung, doch hier gibt es nur einen, auf den sie sich verlassen kann. Nur einen, der ihr Überleben sichert. Einen, den sie wirklich liebt ... ihr Peiniger. 

Entführt, gefangen ... verliebt?


"Du liebst mich nicht" stand ganz hoch oben auf meiner Leseliste seitdem ich "Stolen" von Lucy Christopher gelesen habe. Ich war auf der Suche nach Jugendbüchern in dieser Richtung (Stockholm Syndrom) und wurde hier schließlich fündig. 

Die komplette Geschichte wird aus der Sicht des Opfers erzählt und daher bekommt man zwangsweise pikante Details geliefert. Chloè und ihre beste Freundin Angie verbringen ein freiwilliges Halbjahr in Griechenland, beiden gefällt es eigentlich recht gut, nur Chloè findet, dass Angie mit den einheimischen Jungs zu offenherzig umgeht. Daraufhin haben beide einen großen Streit, woraufhin sich Chloè am nächsten Tag alleine aufmacht um eine Sightseeingtour zu machen. An einem verlassenen Ort wird die junge Amerikanerin in ein Auto gezerrt, gefesselt und mit Betäubungsmitteln gefügig gemacht. Tage später befindet sie sich in einem kargen Unterschlupf, jedoch mit einem Kühlschrank voller Lebensmitteln und sonderbaren Annehmlichkeiten. Der Entführer ist ein junger Mann, der sie merkwürdigerweise gut behandelt...

In der Zwischenzeit hat Angie natürlich schon Alarm geschlagen und nicht nur die Polizei ermittelt, auch angetrieben durch die sozialen Netzwerke und vielen Fernsehauftritten, werden Demos und Petitionen in der ganzen Welt gestartet. Denn die Entführer wollen kein Lösegeld, sie fordern die Entlassung spezieller Häftlinge. 

Chloè bekommt das alles nach und nach von ihrem Entführer mit, er erzählt ihr so wenig wie möglich aber doch so viel, dass sie stets im Bilde ist. Da Chloè natürlich über Wochen alleine ist, in einem einzigen Raum, wird der Entführer zwangsläufig zu ihrer Bezugsperson. Sie fängt an, seine Gesten zu deuten, jede Kleinigkeit zu schätzen und seine Nähe zu suchen. Sie verliebt sich in ihn, obwohl der Entführer ihr sagt, dass sie wahrscheinlich am Stockholm Syndrom leidet. 

Anfangs bekommt man noch die Angst und die Hilflosigkeit von Chloè mit, sie schreibt ihren Tagesablauf auf und ihre Sorgen. Doch schon bald dreht sich alles nur noch um den Entführer, sie versucht sich ein Bild im Kopf zurecht zu rücken und weicht auch davon nicht mehr ab. 

Um ehrlich zu sein, weiß ich noch immer nicht, wie ich diese Geschichte deuten soll. Einerseits, hat mich Chloès Gefangenschaft natürlich mitgenommen und schwirrte auch Tage danach noch in meinem Kopf herum. Andererseits, lag das Hauptaugenmerk relativ stark bei dem einfühlsamen und netten Entführer, wobei das ja schon ein Widerspruch in sich ist. Ich hätte es definitiv besser gefunden, wenn man auch seine Sicht lesen hätte können. Denn obwohl die Autorin den Entführer gut beschrieben hat, hat man im Endeffekt doch kaum etwas über ihn erfahren. So lässt sie den Entführer als intelligenten, jungen Mann erscheinen, der gerne liest, auf seine Umwelt achtet und Vegetarier ist. Doch wie steht das in Verbindung mit einer Entführung? Welche Hintergründe hatte diese verzweifelte Tat? Hier werden nur Andeutungen gemacht, wage Aussagen und man kann schließlich nur vermuten. 

Auch die Mutter von Chloè entsprach nicht ganz dem Bild, welches ich von einer leidenden Mutter habe, deren Tochter entführt wird. Mit dem Ende war ich auch nicht ganz einverstanden, ich weiß nämlich immer gerne, wie die Sachen ausgehen und was genau passiert. Offene Enden bzw ein "der Leser darf sich selbst ausdenken was passiert" finde ich leider nun mal scheiße.

Nach langem Überlegen vergebe ich hier dennoch eine deutliche Leseempfehlung mit guten 3,5/5 Rawr's. Es ist keine brutale Geschichte, mehr eine merkwürdige, sonderbare und leicht bizarr romantische Momentaufnahme einer furchtbaren Tat.








1 Kommentar:

  1. Mich konnte Stolen nicht wirklich begeistern weil mir das Thema einfach nicht wirklich gefällt.

    Schön, dass diese Gesichte dich überzeugen konnte, auch wenn sie merkwürdig war.

    LG,

    Andreea
    http://themoonlitbookshelf.blogspot.de/

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