[Rezension] Im Dienste der Gräfin

Montag, 28. Juli 2014

Im Dienst der Gräfin 
von Tereza Vanek

Taschenbuch Ausgabe: 420 Seiten
Verlag: Drachenmond
ISBN: 978-3931989811
Preis: 14,90 (D) 15,40 (A)
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auch als eBook erhältlich 

Bildquelle Drachenmond Verlag


ABOUT
Tereza Vanek wurde 1966 in Prag geboren und kam als kleines Kind zusammen mit ihren Eltern nach München. Nachdem sie als Erstklässlerin noch mit dem Lesen auf Kriegsfuß stand, wurde sie schnell zum Bücherwurm und verschlang die üblichen Kinder- und Mädchenbücher sowie – durch ihre Mutter ermuntert – ebenso die Klassiker der Weltliteratur.
Fasziniert von epischer Breite und tiefgründigen Charakteren begann sie schon bald, sich eigene Geschichten auszudenken. Dabei begeisterte sie sich für vergangene Epochen, fremde Kulturen und Frauen, die gegen Normen verstießen. Als Teenager erfolgten erste Schreibversuche über Amazonen oder Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht im 19. Jahrhundert.
Gleichzeitig schloss sie die Schule ab, begann ein Studium der Anglistik, Romanistik und Slawistik und verbrachte ein Jahr in Frankreich. Sie promovierte über das Thema der Darstellung verbrecherischer Frauen im englischen Drama des 17. Jahrhunderts.
Mit einem eindrucksvollen Dr. phil. vor ihrem Namen war sie hoch qualifiziert, doch auf dem Arbeitsmarkt nicht unbedingt gefragt. Neugier und Abenteuerlust trieben sie wieder ins Ausland, wo sie in London, dann in dem postkommunistischen Prag als Fremdsprachenlehrerin tätig war. Schließlich kehrte sie nach München zurück und begann nach dem richtigen Beruf zu suchen.
Sie unterrichtete weiter Sprachen, übersetzte, war Call Center Agent und Teamassistentin und verkaufte im Internet nostalgische Kleidung, ihre zweite Leidenschaft neben der Literatur. Doch der Wunsch, Bücher zu schreiben, kristallisierte sich immer klarer heraus. Schließlich überwand sie ihre Selbstzweifel und machte sich endlich konsequent an die Arbeit.
Im September 2007 kam es zur Veröffentlichung ihres Debütromans „Schwarze Seide“, dem zahlreiche weitere Titel folgen sollten.





1606: Durch eine Seuche zur Waise geworden, gelangt die 17-jährige Emilia in die Dienste der Gräfin Elisabeth Bathory, der mächtigsten Frau Ungarns. Emilia ist glücklich über die Möglichkeit ihrer Berufung zur Gewandschneiderin folgen zu können, doch schon bald überschatten Todesfälle und Misshandlungen das Leben am Hof. Obwohl Emilia in der Gunst der Gräfin steht, die ihre Fähigkeiten schätzt und ihr vertraut, erkennt sie eine dunkle Seite an ihrer neuen Dienstherrin. Als sie sich in Istvan verliebt, der ebenfalls schicksalshaft mit Elisabeth verbunden ist, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu und Emilia gerät in einen lebensgefährlichen Strudel aus seelischen Abgründen und politischen Ränkespielen.

Gleich vorne weg: Historische Romane lese ich selten aber bei dieser Geschichte hat mich die Inhaltsangabe schon sehr neugierig gemacht. Als Vampirfan kenne ich natürlich die Legenden der Elizabeth Bathory, nicht nur viele Bücher ranken sich um ihre Mythen sondern auch einige Filme. Ich war also sehr gespannt auf "Im Dienst der Gräfin" und wurde nicht enttäuscht.

Emilia ist eine Waise die bei ihren nächsten Verwandten wohnt. Sie ist ein tüchtiges Mädchen und packt überall mit an, glücklich ist sie in ihren Leben aber nicht. Ihre Eltern waren wohlhabende Schneider und Emilia hat das Talent geerbt, kann es aber in ihrer momentanen Situation nicht einsetzen. Da ihre Tante sie nicht länger im Haus haben möchte wird Emilia mit dem Neffen, einem Hausierer, auf die Reise geschickt. Der Neffe entpuppt sich aber nicht als guter Weggefährte und just als Emilia einen Ausweg sucht wird ihr diese in Form eines Auftrages geboten. Sie soll für Elizabeth Bathory ein Kleid nähen und macht sich schnell durch ihr Talent aber auch durch ihr vorlautes Mundwerk bemerkbar. Sie bekommt eine Anstellung und ihr wird ein guter Lohn versprochen, doch auch wenn die Freude groß ist kann Emilia ihre Augen nicht verschließen. Die Angestellten haben alle fürchterliche Angst vor Elizabeth Bathory und ihren Gehilfinnen. Schon nach ein paar Tagen geschieht der erste Unfall, eine der Näherinnen wird tot aufgefunden. Mit merkwürdigen Verletzungen..

Dennoch beschließt Emilia der Gräfin weiterhin zu folgen und schleicht sich durch Fleiß, Loyalität und Ehrlichkeit ins Herz der ungarischen, furchteinflössenden Frau. Als sie auf dem Landsitz der Gräfin den jungen Mann für alles kennen lernt, verliebt sie sich in István und kommt gleichzeitig schockierenden Geheimnissen auf die Spur. 

Und das war nur die Spitze des Eisberges, ihr könnt sicher sein, dass hier noch viel mehr auf euch warten wird. Aus der Inhaltsangabe nimmt man zwar auch die Liebesgeschichte war, aber diese spielt hier wirklich nur einen geringen Teil. Auch wenn einige Veränderungen im Laufe der Geschichte eben dieser Zuneigung zu verdanken sind, bietet das Buch noch viel an Intrigen, Freundschaften, politischen Spielchen und aber auch Brutalität.

Die Autorin hat eine stimmige Atmosphäre geschaffen, ihren Figuren Leben eingehaucht und die komplette Handlung verlief konstant spannend aber vor allem interessant. Auch das Setting war nicht zu verachten und der Leser reist mit Emilia an verschiedene Orte. Der Schreibstil der Autorin liest sich flüssig, die Dialoge wirkten für die damalige Zeit passend aber sie hat ihre Protagonistin auch öfters übers Ziel hinaus schießen lassen. Was ich aber überhaupt nicht schlecht fand, eher amüsant. 

Wenn man an Lady Bathory denkt, fällt einem als erstes die Geschichte ein, in derer sie in jungfräuliches Blut badet. Ob es tatsächlich solche Szenen gibt? Das müsst ihr schon selbst rausfinden. ;) Da die Geschichte aber einen völlig anderen Weg eingeschlagen hat als zunächst gedacht, war ich positiv überrascht und die Seiten flogen nur so dahin. Es ist nicht nur ein einfacher Roman, es ist die Geschichte von Emilia und ihren Träumen in einer Zeit in der Frauen generell nicht viel wert waren, wenn sie nicht gerade reich oder adelig waren. 

Es ist jedenfalls ein Plot der fesselt und eine unwillkürliche Spannung aufbaut. Keineswegs vorhersehbar und völlig anders als man denkt. Mehr solcher Romane bitte! Ich empfehle "Im Dienst der Gräfin" allen Neu Einsteiger des historischen Genres aber auch den alten Hasen, einfach für jeden der neugierig auf dieses Thema ist. 5/5 Rawr's 

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