[Rezension] Das wirst du bereuen

Mittwoch, 30. Juli 2014

Das wirst du bereuen 
von Amanda Maciel

Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: Boje (Bastei Lübbe)
ISBN: 978-3-414-82406-6
Preis: 14,99 (D) 15,50 (A)
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Originaltitel: tease

Bildquelle Boje


ABOUT
Amanda Maciel hat nach ihrem Studienabschluss als Lektorin in verschiedenen Verlagen gearbeitet, im Moment ist sie Cheflektorin bei Scholastic. In ihrer Freizeit schreibt sie, sie geht gerne joggen oder fährt mit ihrem kleinen Sohn in der U-Bahn herum. Zusammen mit ihrem Sohn, ihrem Mann und ihrer Katze lebt sie in Brooklyn, New York. DAS WIRST DU BEREUEN ist ihr erster Roman.






Alle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben – und nicht weil sie eine Schlampe war. Echt klasse.
Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten – 
angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben. 
Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein 
kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die 
Freundinnen. Doch dann verselbstständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma 
tot …

"Das wirst du bereuen" klang sehr vielversprechend. Schon in den englischen Foren wurde dieses Buch heiß diskutiert, nicht alle Stimmen waren positiv doch wollte ich mir hier gerne meine eigene Meinung bilden. Leider gehöre ich nun zu der Kategorie, die das Buch nicht ganz so überzeugend fanden.

Diese Geschichte wird aus der Sicht einer Mobberin erzählt. Hinzu kommt das die zwei Täter noch junge Mädchen sind und sich die Ausmaße ihrer Taten gar nicht bewusst sind. Sara, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, schiebt die Schuld sogar weiterhin Emma zu. Doch Emma ist tot, sie hat sich das Leben genommen weil sie die Attacken gegen sich nicht mehr ausgehalten hat. 

Doch in Sara und Briennes Augen ist Emma selbst schuld. Sie war eine Schlampe weil sie Jungs geküsst hat und auch den Freund von Sara. Und da  fing das ganze an, als SMS von Emma an ihren Freund auftauchten begann der Spießrutenlauf. 

In Rückblenden wird erzählt wie alles angefangen hat, seinen Lauf nahm und schließlich endete. Doch nichts davon machte wirklich einen authentischen Eindruck, so leid es mir tut. Emma wird zweifelsohne gemobbt, stellt sich aber auch mutig viele Male und teilt genauso ordentlich aus. Was ich völlig in Ordnung finde, man soll sich schließlich wehren. Aber das niemand etwas unternommen hat, teilweise weggeschaut wurde, kann ich überhaupt nicht verstehen. Da Emma anscheinend psychische Probleme hatte und daher anfällig und sehr labil war, nahm sie sich alles doppelt so schnell zu Herzen. Die Eltern von Emma glaubten und hielten zu ihr und erstatteten auch Anzeige gegen die zwei jungen Mobber. 

Doch für Sara völlig ohne Grund, denn sie ist sich überhaupt keiner Schuld bewusst. Bei ihren angeordneten Therapiestunden suhlt sie sich in Selbstmitleid und spielt das Opfer. Eine egoistische und narzisstische Protagonistin, die im Grunde eigentlich nur eine naive Mitläuferin ist. Fast hat man Mitleid mit ihr. Brienne ist der Typ reiches, verwöhntes Mädchen, Oberzicke und Anführerin in ihrer kleinen Highschool Welt. Die Autorin versuchte hier noch eine kleine Wendung und hoffte dadurch auf Sympathien für die zwei Täter, tja, bei mir war sie da leider falsch. 

Man merkt dass sich die Autorin wirklich Mühe gemacht hat, sie hat versucht die Situation mal nicht aus der Sicht eines Opfers darzustellen sondern aus der des Täters. Grundsätzlich eine gute Idee, hier wäre sicherlich viel Potenzial gegeben. Nur hat sie es durch die Gefühllosigkeit und Kälte der Protagonisten verbockt, sie zeigten weder Reue noch sonst irgendetwas und das machte mich beim Lesen sogar teilweise sauer. Die Schuld wurde immer wieder beim Opfer gesucht und ich denke, dass das für viele Menschen die in solchen Situation sind oder waren einer Verspottung gleicht. 

Kurz vorm Ende hat die Autorin das Ruder aber nochmals umgerissen und ich konnte eine gute Entwicklung feststellen. Zwar war mir die Protagonistin noch immer nicht sympathisch aber ich konnte erahnen worauf die Autorin abzielte.

Kurzum: "Das wirst du bereuen" konnte mich leider nicht zur Gänze überzeugen. Der Anfang war interessant, die Idee aus der Sicht des Täters zu schreiben gefiel mir aber leider ließ die Umsetzung stark zu wünschen über. Hin und wieder flackerten gute Momente durch und man konnte so etwas wie ein Licht am Ende des Tunnels erkennen. Dennoch fühlte sich das Buch mehr wie "nichts ganzes aber auch nichts halbes" an. Ich glaube, da gibt es weitaus bessere Bücher zum Thema Mobbing und generell würde ich mir mehr Aufklärung an Schulen wünschen. Dieses Thema gehört immer und immer wieder durch genommen, bis auch der letzte Idiot (Täter) merkt was Mobben anrichten kann. Für dieses Buch vergebe ich 3/5 Rawr's. 



PS: Falls diese Rezension von jemanden gelesen wird, der gerade eine solche Zeit durch macht: Bitte meldet es euren Eltern, nahestehenden Verwandten und/oder Lehrer. Ihr schafft das!  





Sarah Rawrpunx
rawrpunx.blogspot.co.at

Kommentare:

  1. Mobbing ist immer ein schwieriges Thema und die Bücher darüber sind auch meist sehr schwierig. Ich erinnere mich, dass wir in der 6. Klasse mal eines gelesen haben, aber die Mobbingattacken wurden viel zu überzogen dargestellt, wobei Mobbing sich ja (anfangs) meist in kleinen Sachen äußert. In meiner Klasse hatte dieses Buch auch niemand ernst genommen, klar, wir hatten auch ein paar von diesen Experten dabei, die meinten jeden blöd anmachen zu müssen, der ihnen nicht in den Kram gepasst hat.

    Naja, jedenfalls weiß ich jetzt, dass ich mir das Buch nicht kaufen werde... Danke für die Rezi! :)

    LG
    Boncuk

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  2. Ich glaube ich muss mir dieses Buch kaufen! Allein heute habe ich schon wieder 3 verschiedene Rezi's dazu gelesen und alle drei sagen etwas unterschiedliches darüber aus, wie dieses Buch ist.

    LG Piglet ♥

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  3. Hmm, das ist nun schon die zweite Rezension zu dem Buch, die in diese Richtung geht. Mir scheint es so, dass es durchaus ansprechendere Bücher zu dem Thema gibt, die es gelungener umsetzen. So werde ich wohl weiterhin einen Bogen um das Buch machen ;) Danke dir!

    Liebe Grüße,
    Tina

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