[Rezension] Roter Mond

Mittwoch, 28. Mai 2014

Roter Mond
von Benjamin Pery

Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
Verlag: Penhaligon
ISBN:  978-3-7645-3123-2
Preis: 19,99 (D) 20,60 (A)
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Bildquelle Penhaligon Verlag





ABOUT
Benjamin Percy wuchs auf im tiefsten Oregon. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.

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Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.
Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat. 
Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …
Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben.


Ich sage es gerade heraus: Normalerweise sind Werwolf Geschichten nicht mein Fall. Und normalerweise entspricht ein Buch in denen die Worte Politik und Terroranschläge vorkommen ebenfalls nicht mein Fall von abendlicher Lektüre. Normalerweise. 

Aber was ist schon normal? In diesem speziellen Fall, in dieser Geschichte die uns Benjamin Percy hier auf über 600 Seiten erzählt ist gar nichts normal. Und das ist auch gut so.

Patrick Gamble sitzt gerade in einem Flugzeug als terroristische Lykaner einen Anschlag darin verüben. Patrick überlebt als einziger Passagier und wird gefeiert, als Held dargestellt und für den unermüdlichen Kampf gegen Lykaner gilt er als Vorzeigebeispiel. Doch Patrick will davon eigentlich nichts wissen, er ist nur froh überlebt zu haben doch noch ahnt er die Ausmaße nicht und sieht die Kettenreaktion nicht auf sich zu kommen.

Claire ist eine Lykanerin im Teenageralter. Sie ist von ihren Eltern verwöhnt worden und musste sich bislang um nichts kümmern, sie verdrängt den Wolf in ihr da sie diese Seite an sich selbst nicht leiden kann. Doch als ihre Eltern bei einem Akt der Vergeltung sterben, muss Claire schneller erwachsen werden als ihr lieb ist. Sie muss die Blase in der sie gelebt hat verlassen und sich auf ihre Sinne verlassen. 

Miriam ist ebenfalls Lykanerin und als sich die Wege von Claire und ihr kreuzen, trainiert sie die junge Teenagerin. Miriam will nicht länger mitansehen wie die Schuld nur bei einer Partei gesucht wird, sie hat die Intrigen und Korruptionen schon lange satt.

Chase Williams ist wohl der falscheste unter den Falschen. Als Gouverneur von Oregon erkennt er durch die vielen Anschläge seine Chance. Er schürt den Hass gegen Lykaner, er hetzt, intrigiert und verbreitet Lügen um an sein Ziel zu gelangen ist ihm jedes Mittel recht. Doch sein dunkelstes Geheimnis wird schon bald an die Oberfläche brechen.

Vier Menschen verändern die Sicht der Dinge. Sie erzählen jeder für sich eine andere Geschichte, welche am Ende doch mehr Gemeinsamkeiten aufweist als anfangs gedacht. Es war fesselnd zu lesen, wie die vier Geschichten im Laufe des Buches wie in einem großen Puzzle eingefügt haben. 

Die Geschichte fängt sofort rasant und lautstark an. Der Schreibstil des Autors spielt dabei eine große Rolle, prägnante und verschachtelte Sätze, manchmal wirkt es abgehakt, distanziert und die schnell wechselnden Erzählsicht der Charaktere leistet den übrigen Beitrag. Doch genau diese Mischung macht die Geschichte zu einem richtig großen Kopfkino, als sähe man direkt den Film "Roter Mond". Das bei über 600 Seiten nicht ein konstanter Spannungsbogen gewährleistet sein kann, wird jeden völlig logisch erscheinen. Für mich hat es sich nach knapp über der Hälfte des Buches erstmals gezogen, die Geschichte kam etwas ins stocken aber blieb nie farblos. Ab einem gewissen Punkt ging es allerdings wieder vorwärts, wohl auch wegen der immer stärker zusammenbindenden Handlungssträngen. Wo anfangs vieles noch im unklaren lag, eine gewisse Zersteutheit herrschte wurde im Laufe der Geschichte Licht ins Dunkel gebracht. 

"Roter Mond" war für mich keine Zwischendurch-Lektüre, ich musste mich schon ganz oder gar nicht für dieses Buch entscheiden. Doch hat man ersteinmal angefangen ist man wie hypnotisiert, man muss weiter lesen, auch wenn man eigentlich gar nicht wissen will wie es aus geht. Alles ist so erschreckend realistisch und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und somit 4,5/5 Rawr's. 





Sarah Rawrpunx
rawrpunx.blogspot.co.at


1 Kommentar:

  1. Schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Für mich hat es sich allerdings bereits am Anfang sehr gezogen und die ständigen Charakterwechsel haben mich irgendwann genervt. Zum Schluss konnte ich es aber gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Liebe Grüße
    Linda

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