[Rezension] Der Geschmack von Glück

Montag, 12. August 2013

Der Geschmack von Glück 
von Jennifer E. Smith 

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58304-8
Preis: 17,99 (D) 18,40 (A)
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Bildquelle: Carlsen Verlag


Ein kleiner Tippfehler und schon landet die eMail ganz woanders. Aber was wenn aus diesem Tippfehler eine wunderschöne Geschichte hervorgeht?
Genauso erging es Graham. Eigentlich wollte er nur seinen Freund darin erinnern mit seinem Hausschwein Gassi zu gehen, doch die Mail ging an Elli, die ihm leider nicht weiterhelfen konnte. Zwischen den beiden entwickelt sich eine witzige aber auch tiefergehende eMail-Beziehung, die sich keiner von beiden erhofft hatte.

Graham Larkin ist Schauspieler. Aber nicht irgendeiner, nein, er ist der zurzeit am meist angesagte Jungschauspieler schlechthin. Seine Fans vergöttern ihn und fangen beim kürzesten Blickkontakt schon zu hyperventilieren an. Auf gar keinen Fall kann er Elli erzählen wer er in Wirklichkeit ist, denn durch die Anonymität im Internet ist er geschützt und braucht sich nicht verstellen. Keine Blitzlichter, keine bedrängenden Fragen und keine Menschen um ihn herum, die ihn nur als Trittbrett ansehen. Graham möchte das Elli ihn so kennen lernt wie er wirklich ist, aber als sich der Mailkontakt schon monatelang hält, beschließt er etwas zu unternehmen. Er verlegt seinen nächsten Drehort einfach nach Maine, ganz zufällig in das kleine malerische Städtchen in dem Elli wohnt. Er möchte Elli kennenlernen und ihr sagen, wie sehr ihm ihre Worte gefallen und er jedesmal hofft dieses gewohnte kleine Briefchen am Computer zu sehen.. 

„Kindheitserinnerungen waren wie Bordgepäck: Egal wie weit man reiste oder für wie lange es reichen musste, man durfte immer nur zwei Taschen mitnehmen. In diesen Taschen war zwar einige verschwommene Bilder verstaut – ein Diner mit einer Jukebox direkt am Tisch, das Gefühl, auf der Schaukel angeschoben oder hochgehoben und herumgewirbelt zu werden -, doch die konnten eigentlich nicht für ein ganzes Leben reichen.“

Elli liebt ihr kleine Stadt, sie fühlt sich hier pudelwohl, jedoch nicht in der Hauptsaison wo die Straßen mit Touristen überfüllt sind. Das ist zwar gut für das Geschäft, ihre Mutter betreibt einen Souvenirshop aber seit bekannt wurde, dass ein Film hier gedreht wird sind die Leute völlig aus dem Häuschen. Ihre beste Freundin Quinn schwärmt in den höchsten Tönen von Graham Larkin und stellt sich schon vor, wie die Promi Welt an seiner Seite wohl aussehen wird. Nur Elli hat dafür überhaupt keinen Nerv, sie kennt ihn zwar aus den Klatschseiten aber einen Film mit ihm hat sie noch nie gesehen. Das ist einfach nicht ihr Ding. Sie liest gerne und interessiert sich für Lyrik, daher hat sie sich auch für einen Ferienkurs in Harvard eingeschrieben. Aber ob sie dafür das nötige Kleingeld aufbringen wird?

Mit Elli und Graham hat die Autorin zwei überaus sympathische Protagonisten geschaffen. Elli kam mir wie eine große, rothaarige Elfe vor, zauberhaft und immer ein wenig woanders mit ihren Gedanken. Die ganze Geschichte lädt einfach zum Träumen ein, die Autorin beschreibt dieses kleine Küstenstädtchen mit soviel Liebe, dass ich am liebsten meinen Koffer gepackt und mich in den nächsten Flieger gesetzt hätte.

Wer hat sich nicht schon mal vorgestellt, wie es wäre, einen Tag mit einem bekannten Schauspieler zu verbringen? Ein Tagtraum denn sicherlich schon viele von uns schon hatten. Nur das hier Elli nichts von ihrem Glück weiß, sie chattete schon monatelang mit einem berühmten Star. Graham, der eigentlich den Fluch des Erfolges gar nicht mag, hat zum ersten Mal das Gefühl dass er wirklich um seinetwillen gemocht wird. Die Autorin hat auch kurz die Schattenseiten des Ruhmes angerissen, wie beispielsweise der Umgang mit den Fotografen die einfach in jeder noch so unbedeutenden Kleinigkeit die große Story wittern. Mein einziges Manko wäre der Umgang mit Grahams Eltern, welche anscheinend nichts mit seinem Leben zu tun haben wollen. Hier drängte sich mir aber die Frage auf, welche Eltern ihr minderjähriges Kind alleine Filme drehen lassen? Aber bei solchen Storys lässt ein Happy End nicht lange auf sich warten, wobei hier das Ende eher durchsichtig war und mir deshalb sehr gut gefallen hat.


Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich und leicht aber auch tiefgründig und voller bildhaft schönen Methapern. Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Elli und Graham erzählt.  
Mit „Der Geschmack von Glücks“ hat man 365 Tage Sonne im Gefühl und Gute Laune inkludiert. Absolut empfehlenswert und daher vergebe ich 4,5/5 Rawr’s.







Ich bitte darum, meine Rezensionen nicht ohne meine Einwilligung anderweitig zu veröffentlichen.
© Sarah Rawrpunx
rawrpunx.blogspot.co.at


Kommentare:

  1. Ich wollte schon lange mal ein Buch der Autorin lesen und auch dieses hier wandert gleich wieder auf meinen Wunschzettel :-)
    Klingt nach einer richtig schönen Sommerlektüre.

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  2. Deine Rezi hat mir noch viel mehr Lust auf das Buch gemacht ;)
    Kann es mir nur leider im Moment einfach nicht leisten... *grummel*
    Aber ich werde mir das Buch definitiv kaufen ;)

    LG
    Haveny

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  3. Eine tolle Rezension :3 Das Buch tönt perfekt nach etwas leichtem für den (Rest) Sommer. Kommt auf jeden Fall mal auf die Wunschliste :D
    glg Rin

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