[Rezension] Schatten des Baumes

Freitag, 3. Mai 2013

Schatten des Baumes 
von Piers Anthony


Broschierte Ausgabe: 373 Seiten
Verlag: Edition Phantasia
Originaltitel: Shades of the tree
Preis: 19,90 (D) 20,50 (A)
Informationen zum Verlag

Bildquelle: Edition Phantasia

Inhalt

Joshua hat eine Blockhütte samt Grundstück von seinem Onkel Elijah geerbt. Da seine Frau Mina vor kurzem verstorben ist, packt er seine zwei Kinder Chris und Sue und zieht mit beiden in ein beschauliches Dorf umringt von nichts als Wäldern. Gleich zu beginn wird Joshua von einem alten Nachbarn gewarnt, es solle in seinem neuen Anwesen spuken. Besonders vor dem gewaltigen Schatten des Baumes, der vor dem Haus steht, soll er seine Kinder fernhalten. Joshua allerdings glaubt nicht an solch Humbug, er ist ein rational denkender Mann und sucht daher in den merkwürdigen Vorkommnissen, die schon bald passieren, eine Erklärung die nichts mit dem Übersinnlichen zu tun haben. Schon bald muss er sich eingestehen, dass in jeder Geschichte ein Körnchen Wahrheit steckt...



Meinung / Fazit

Schon nach den ersten hundert Seiten fiel mir auf wie weinerlich Joshua wirkt. Seine Trauer nimmt überhand, und so manches mal scheint er zu vergessen, dass eigentlich er der Erwachsene ist. Sue und Chris sind beide frühreife, neugierige aber vorallem mutige Kinder die ihren Vater schon mal das ein oder andere abnehmen. Vor allem Sue schien sehr mitfühlend zu sein, und verdrängt die Trauer um ihre Mutter um es ihren Vater leichter zu machen. Natürlich trauert jeder Mensch unterschiedlich, aber als liebender Vater muss man sich seiner Verantwortung stellen.

Was anfangs noch spannend war, wurde mit der Zeit nur noch nervig. Diese ständigen Erinnerungen an Mina, die jedoch mitten im Satz immer abbrachen. Hier war es definitiv zu viel des Guten. Der Leser erfährt die Geschichte meiste Zeit aus der Sicht von Joshua, aber auch die Fische kommen ab und an zu Wort. Ja, wirklich. Die Fische im Aquarium der Kinder. Klingt komisch, ist aber so. Und diese
Stellen waren wahrscheinlich auch die interessantesten.

Die Beschreibungen der einsamen Blockhütte, die dunklen Wälder und das Geheimnis um den gewaltigen Baum waren sehr detailliert und erschafften eine düstere Atmosphäre. Aber das war es leider auch schon, der Gänsehautfaktor blieb bei mir völlig aus. Das einzige das der Autor bei mir geschafft hat, ist eine Abneigung gegen Horror Bücher in denen Tiere vorkommen. Es wurden in fast jeden Kapitel Tiere geschlagen, getötet und gequält. Dem Hahn wurde vor den Augen der Kinder, der Kopf halb abgetrennt. Aber vorher wurde er noch von Joshua mit dem Fuß getreten. Und als der Familienhund die kleine Sue beschützt hat und Blessuren davon trug, beschloss Joshua das der Hund das ja mit sich selbst ausmachen könne. Ja, wozu den sein Haustier pflegen? Wenn es stirbt holen wir uns einfach ein neues - so kam mir das ganze vor.

Als dann zu der ganzen Geschichte auch noch eine hübsche,pralle Babysitterin kommt und bei Joshua plötzlich so etwas wie Gefühle aufkeimen, war bei mir endgültig Schluss. Ab da war es dann nur mehr lächerlich. Sie erwähnte ständig ihre Mama, Mama sagt dies, Mama sagt das und Mama meint. Ich kam mir vor wie bei dem Film Waterboy, auf die Frage warum Krokodile so aggressiv sind: "Mama sagt die haben Zahnweh, Mama sagt deswegen sind die so böse". Diese Handlung in der Geschichte ist für mich einfach nicht nachvollziehbar und auch völlig absurd. Die Pferdefrau Pip, die sich als einzige um das Wohl der Tiere scherte,  lässt er im Regen stehen weil sie selbstbewusst ist und auf eigenen Beinen steht aber das Land-Naivchen das mag er. Ne, ist klar..


Kurzum: Für mich (leider) verschwendete Zeit. Ich habe mich so gefreut, als ich auf lovelybooks die Meldung bekommen habe, dass ich das Buch gewonnen hätte. Die Inhaltsangabe versprach einiges und ich war auch schon sehr gespannt auf Schatten des Baumes. Der Austauch bei der Leserunde war angenehm aber leider hat mich das Buch absolut enttäuscht. Ich möchte sogar sagen, das ich selten ein schlechteres gelesen habe. Ich lasse jetzt mal die Fische sprechen und sage:


1/2 von 5 Sternen
(aufgerundet auf 1 bei den Bewertungssystem auf amazon und lovelybooks)



©  Sarah Rawrpunx 
http://rawrpunx.blogspot.co.at/

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